Druckgefühl im Gesicht, zäher Schleim, morgens kaum durchatmen — wer chronische Sinusitis kennt, weiß, wie sehr sie die Lebensqualität beeinträchtigt. Nasenspülungen werden oft empfohlen, aber stimmt das auch? Und wenn ja: Wie, womit, wie oft?

Was ist Sinusitis überhaupt?

Als Sinusitis oder Rhinosinusitis bezeichnet man die Entzündung der Nasenschleimhaut und der Nasennebenhöhlen. Sie gilt als chronisch, wenn die Symptome länger als zwölf Wochen anhalten. Betroffene kämpfen mit Verstopfung, Schmerzen, Schleimfluss und eingeschränktem Geruchssinn.

Nasenspülung bei CRS: Was zeigen die Studien?

Ein Cochrane-Review (Chong et al., 2016) zur Nasenspülung bei chronischer Rhinosinusitis hat gezeigt: Hochvolumige hypertone Spülungen verbessern die Symptome und die Lebensqualität im Vergleich zur Standardbehandlung — sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten. Das ist ein echter Unterschied im Alltag: weniger Kopfdruck, weniger Verstopfung, mehr Lebensqualität.

Warum gepuffert?

Gepufferte Lösungen haben einen pH-Wert, der näher an dem der Nasenschleimhaut liegt. Das macht sie angenehmer und schonender bei längerer Anwendung — wichtig bei einer Erkrankung, die oft monatelange Behandlung erfordert.

Die Grenzen: Wann reicht Spülung allein nicht?

Bei CRS ist Nasenspülung eine wichtige Ergänzungstherapie, aber kein alleiniges Heilmittel. Sie wird am besten als Teil eines umfassenden Behandlungsplans eingesetzt — ergänzend zu nasalen Kortikosteroiden, in manchen Fällen auch zu Antibiotika. Nach Nasennebenhöhlenoperationen unterstützt sie die Heilung und verbessert die Durchgängigkeit.

Praktische Empfehlung

Gerät: Große Spülflasche (200–240 ml). Lösung: Gepufferte isotonische Lösung als Einstieg. Häufigkeit: 1–2 Mal täglich, mindestens über 4 Wochen. Immer in Abstimmung mit der behandelnden Ärztin.

Quellen: Chong et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2016; Chitsuthipakorn et al., OTO Open 2022